Europäische Union und Vereinigte Arabische Emirate führen Freihandelsgespräche

Am 10. April gaben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, Präsident der VAE, den Startschuss für die Gespräche. Nun unterschrieben am 28. Mai EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič und VAE-Außenhandelsminister Thani bin Ahmed Al Zeyoudi in Dubai ihre gemeinsame Roadmap für die Verhandlungen eines wirtschaftlich tragfähigen Abkommens, dessen inhaltliche Ausarbeitung noch im Juni beginnen soll.

Schwerpunkte der Gespräche
Die ersten Freihandelsgespräche werden sich auf die schrittweise Reduktion von Zöllen auf Waren sowie die Erleichterung von Dienstleistungen, digitalem Handel und Investitionsströmen fokussieren. Außerdem sollen strategische Bereiche wie erneuerbare Energien, grüner Wasserstoff und kritische Rohstoffe als Schlüsselkomponenten für die ökologische und digitale Entwicklung beider Volkswirtschaften behandelt werden. Davon sollen Spitzensektoren wie erneuerbare Energien, digitale Technologien und künstliche Intelligenz, Fintech, Weltraumtechnologien, fortschrittliche Maschinen, Gesundheitswesen, Logistik, Infrastrukturentwicklung und nachhaltige Lebensmittelsysteme umfasst sein.

Stärkung strategischer Partnerschaften
Die wesentlichen Ausfuhren der VAE in die EU umfassen Öl, Gas und unedle Metalle, während die wichtigsten Ausfuhren der EU Kraftfahrzeuge, Maschinen, chemische Erzeugnisse, Lebensmittel und zunehmend auch umweltfreundliche Technologien sind. Besonders im Falle der derzeit hohen Einfuhrzölle der VAE auf Tabakwaren, Spirituosen und Süßwaren könnte die EU-Exportwirtschaft von einer Reduzierung der Tarife erheblich profitieren. 

Das geplante Abkommen soll insgesamt den bilateralen Handel intensivieren und Investitionen fördern; insbesondere sollen die bereits genannten Spitzenbranchen unterstützt werden. Dies würde sowohl den europäischen als auch den Unternehmen in der VAE weitreichende Geschäftschancen eröffnen, hauptsächlich in zukunftsorientierten Branchen. Gleichzeitig würde die Partnerschaft in Bereichen vertieft, die für die EU-Bürger und Bürgerinnen von zentraler Bedeutung sind, etwa der erneuerbaren Energien und digitalen Transformation. 


Wirtschaftliche Bedeutung
Die VAE sind bereits der wichtigste Handelspartner der EU in der Golfregion. Das Warenhandelsvolumen zwischen der EU und den VAE beläuft sich auf rund 55 Mrd. EUR, hinzu kommen Dienstleistungsströme in Höhe von ca. 39 Mrd. EUR jährlich. Besonders stark gewachsen sind die EU-Ausfuhren, die seit 2019 um mehr als 48 % gestiegen sind. Die Investitionen der EU haben in den VAE ebenfalls schon 186 Mrd. EUR erreicht.

Mit einem erfolgreichen Abschluss würde dieses Abkommen das Netzwerk der EU, das bereits jetzt das weltweit größte seiner Art ist, von derzeit 44 Handelsabkommen mit 76 Ländern erweitern. Darüber hinaus könnte ein Freihandelsabkommen als Brücke zu weiteren Partnerschaften in der Golfregion dienen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der EU stärken.


Quelle

EU und VAE starten Freihandelsgespräche
 

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