Gegenseitige Anerkennung der AEO-Programme zwischen der EU und Kanada hat begonnen

Seit dem 1. August 2025 erkennen Kanada und die EU gegenseitig die Programme für Zugelassene Wirtschaftsbeteiligte (AEOS/AEOF in der EU, „Partners in Protection“ [PIP] in Kanada) durch ein MRA (Mutual Recognition Agreement) an. Der Beschluss Nr. 01/22 [2025/1428] wurde vom Gemischten Ausschuss für Zusammenarbeit im Zollwesen (JCCC) EU-Kanada angenommen.
Die Anerkennung erleichtert Sicherheitsüberprüfungen bei der Einfuhr. Sendungen werden schneller bearbeitet und freigegeben, die beschleunigte Zollabwicklung spart Zeit und Kosten, was die transatlantische Gewährleistung der Sicherheit der Lieferkette verbessert. Der Anerkennung liegt ein Abgleich der Sicherheitsstandards der Programme zugrunde.

Elemente des Abkommens

Die Anerkennung erfolgt im Wesentlichen durch Reduzierung von Kontrollmaßnahmen und Beschleunigung der Freigabe und durch täglichen automatisierten Datenaustausch, insbesondere Informationen zu Bewilligungen (inkl. Aussetzungen oder Widerrufen) sind tagesaktuell. Im Übrigen sollen die Kompatibilität und Gleichwertigkeit von AEO-Bewilligungsverfahren im Hinblick auf Beantragung, Antragsbewertung und Bewilligung des Status gestärkt werden.

Darüber hinaus fasst Art. 4 Abs. 2 Buchst. d des Beschlusses eine Regelung über anzustrengende Bemühungen der Zollbehörden, einen Mechanismus für die Aufrechthaltung des Betriebs in Krisenzeiten zu schaffen. Teilnehmer des Anerkennungsprogramms und ihre Sendungen sollen bei der Wiederherstellung der Dienste nach einer Störung des internationalen Handels priorisiert behandelt und es soll eine beschleunigte Abfertigung ermöglicht werden. Als Beispiele für Störungen werden erhöhte Sicherheitsstufen, die Schließung von Grenzübergängen und/oder Naturkatastrophen, gefährliche Zwischenfälle oder andere größere Zwischenfälle angeführt. Im Einzelfall soll die ausführende Zollbehörde entscheiden, inwieweit sie die priorisierte Behandlung für angebracht hält. Die konkrete weitere Ausgestaltung des Mechanismus bleibt abzuwarten.

Das Anerkennungsabkommen ergänzt das SAFE-Rahmenwerk der Weltzollorganisation sowie das Wirtschafts- und Handelsabkommen CETA, um den transatlantischen Handel resilienter gegenüber geopolitischen und wirtschaftspolitischen Unsicherheiten zu machen. Zudem wird Verwaltungsaufwand verringert.

Nächste Schritte

Künftig werden die nationalen Zollbehörden FAQs und Leitfäden herausgeben, auch die weitere Zusammenarbeit mit Interessenträgern der Industrie steht im Raum.
Die Vereinbarung sieht vor, dass Bewilligungsinhaber, die im Rahmen der jeweiligen Programme zugelassen sind - in der EU als AEOS/AEOF und in Kanada als PIP (Partners in Protection) - künftig von vereinfachten Verfahren und erleichterten Sicherheitsüberprüfungen bei der Einfuhr profitieren können. AEOs und PIP-Mitglieder müssen im Trust Trader Portal eingewilligt haben, dass ihre Informationen mit anderen Staaten geteilt werden, um die Vorteile des Abkommens nutzen zu können. Für AEOs ist dies in der Regel nur dann erforderlich, wenn die Genehmigung der Weitergabe von Daten nach Antragstellung widerrufen wurde.
Zudem muss in der Zollanmeldung die Trader Identification Number (TIN bzw. EORI) angegeben werden. Weitere Informationen sind insbesondere den FAQs zum Abkommen zu entnehmen.

Quellen 

Beschluss Nr. 01/2022 des Gemeinsamen Ausschusses für Zusammenarbeit im Zollbereich EU-Kanada in Bezug auf die gegenseitige Anerkennung des Programms für Zugelassene Wirtschaftsbeteiligte der Europäischen Union und des Partnerschutzprogramms Kanadas [2025/1428]

Abkommen zwischen der EU und Kanada über die gegenseitige Anerkennung von Wirtschaftsbeteiligten tritt in Kraft und erhöht die Handelssicherheit und -effizienz angesichts globaler Unsicherheit - Europäische Kommission

Zoll online - Fachmeldungen - Gegenseitige Anerkennung der AEO-Programme der EU und Kanadas

Zoll online: FAQs zum Abkommen

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